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Marocchino Rezept – Espresso, Kakao & Milchschaum

Der Marocchino ist die kleine, schokoladige Schwester des Cappuccino – und in unseren Augen einer der unterschätztesten Drinks der italienischen Bar-Kultur. Geboren im Piemont, in der Heimat von Gianduja und Haselnuss, ist er kein süßer Kaffeekuchen im Glas, sondern ein präzises Spiel aus drei Schichten: dunkler Kakao, kräftiger Espresso und ein Hauch dichter Milchschaum. Klein im Format, groß im Geschmack. Wer ihn einmal richtig getrunken hat, versteht, warum die Italiener ihn am liebsten im durchsichtigen Glas servieren – damit man die Schichten sieht, bevor man sie verrührt.

Das Schöne am Marocchino Rezept: Es braucht keine Siebträger-Akrobatik und keine exotischen Zutaten. Espresso, Kakao, ein Schluck Milch – mehr nicht. Entscheidend ist die Reihenfolge und die Qualität jeder einzelnen Komponente. Vor allem der Espresso muss sitzen, denn er trägt den ganzen Drink.

Zutaten für einen Marocchino

  • 1 Espresso (ca. 25–30 ml), frisch gebrüht aus dunkel geröstetem Espresso
  • 1 TL Kakaopulver, ungesüßt oder leicht gesüßt – nach Geschmack
  • 30–40 ml Milch, frisch aufgeschäumt zu dichtem, cremigem Schaum
  • Kakaopulver zum Bestäuben für die Krone obenauf
  • Optional: ein kleiner Strich Haselnusscreme an der Glasinnenwand – piemontesische Variante

Ihr braucht außerdem ein kleines, durchsichtiges Glas (ein Espresso-Glas oder ein kleines Cappuccino-Glas), damit die Schichten zur Geltung kommen.

Schritt für Schritt: So gelingt der Marocchino

1. Kakao ins Glas

Gebt zuerst den Teelöffel Kakaopulver auf den Boden des Glases. Manche streuen ihn trocken hinein, wir empfehlen, ihn mit ein paar Tropfen heißem Wasser oder etwas heißer Milch zu einer dünnen Paste anzurühren. So setzt sich der Kakao nicht als trockene Klümpchen ab, sondern verbindet sich sauber mit dem Espresso. Wer die piemontesische Bar-Variante mag, pinselt zusätzlich einen Strich Haselnusscreme an die Innenwand des Glases – das gibt beim Trinken einen feinen Gianduja-Ton.

2. Espresso darüber

Jetzt kommt der Espresso. Brüht ihn frisch und gießt ihn direkt auf den Kakao. Die Hitze löst das Pulver, die Crema legt sich obenauf – und schon habt ihr die erste dunkle, intensive Schicht. Hier zeigt sich, ob euer Espresso Charakter hat: Ein flacher, säuerlicher Kaffee verliert gegen den Kakao, ein vollmundiger, schokoladiger Espresso hält dagegen und spielt mit ihm zusammen.

3. Milchschaum aufsetzen

Schäumt die Milch dicht und cremig auf – mikrofein, nicht grobporig. Mit der Düse der Espressomaschine, mit einem Milchaufschäumer oder per French Press. Setzt nur eine kleine Menge Schaum vorsichtig auf den Espresso. Der Marocchino ist bewusst klein: Es geht nicht um Milchmasse wie beim Latte, sondern um eine zarte, samtige Decke, die Kakao und Espresso abrundet.

4. Kakao on top

Zum Schluss bestäubt ihr den Milchschaum großzügig mit Kakaopulver. Das ist nicht nur Deko – die feine Kakaoschicht obenauf ist der erste Geschmack, der die Lippen trifft, und schließt den Kreis zum Kakao am Boden. Wer mag, gibt mit einer Schablone ein kleines Muster oben drauf. Serviert wird sofort, solange die Schichten noch klar getrennt sind.

Die richtige Sorte für deinen Marocchino

Beim Marocchino trifft Espresso direkt auf Kakao – und genau deshalb braucht ihr eine Sorte, die von Natur aus schokoladige, dunkle Noten mitbringt, statt gegen den Kakao anzukämpfen. Unser Scugnizzo ist hier ein echter Volltreffer: kräftig, vollmundig, mit der typisch neapolitanischen dunklen Röstung, die Kakao und Espresso wie selbstverständlich zusammenführt. Wer es noch eine Spur runder und nussig-schokoladiger mag, greift zum Modica – benannt nach der sizilianischen Schokoladenstadt und damit fast schon prädestiniert für einen Drink, in dem Kakao die Hauptrolle spielt.

Beide Sorten findet ihr gan, als ganze Bohne oder gemahlen, in unserer Auswahl unter Espresso-Sorten. Und wenn ihr den Marocchino mit echtem Kakao oder einer feinen Süßware abrunden wollt, schaut in unsere Süßwaren – ein Stück italienische Schokolade neben der kleinen Tasse, und der Nachmittag ist gerettet.

Unser Tipp aus der Rösterei

Der Marocchino lebt von Kontrast: warm und dunkel unten, leicht und cremig oben. Übertreibt es nicht mit der Süße – guter Kakao und ein schokoladiger Espresso bringen genug Tiefe mit, um auf zusätzlichen Zucker zu verzichten. Probiert ihn zuerst pur, bevor ihr ihn verrührt. Und wenn ihr ihn einmal in einem kleinen Glas gegen das Licht gehalten habt, mit seinen drei sauberen Schichten, wisst ihr, warum dieser kleine Drink in Italien so geliebt wird. Buon Marocchino.