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Der richtige Mahlgrad für Espresso, Moka und Filter

Maisto Caffé

Wer guten Kaffee macht, redet meist über die Bohne und die Röstung. Dabei entscheidet ein anderer Faktor mindestens genauso stark über das Ergebnis in der Tasse: der Mahlgrad. Zu fein, und der Espresso wird bitter und verbrennt. Zu grob, und die Moka liefert nur dünnes, saures Wasser. Die gute Nachricht: Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, ist es keine Hexerei. In Neapel weiß jede Nonna, dass das Pulver zur Kanne passen muss, nicht umgekehrt. Warum der Mahlgrad über alles entscheidet Beim Brühen löst Wasser Aromen, Öle und Säuren aus dem Kaffeepulver. Wie schnell das geht, hängt von der Oberfläche ab. Fein gemahlener Kaffee bietet viel Oberfläche, das Wasser zieht schnell und intensiv aus. Grobes Pulver gibt seine Aromen langsamer ab. Zu jeder Zubereitungsart gehört eine bestimmte Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffee, und der Mahlgrad muss dazu passen. Das Stichwort lautet Extraktion. Ist der Mahlgrad zu grob für die Methode, zieht das Wasser zu wenig heraus, der Kaffee schmeckt sauer, wässrig und unfertig. Das nennt man Unterextraktion. Ist er zu fein, löst sich zu viel, und es kommen Bitterstoffe mit, die eigentlich in der Bohne bleiben sollten. Das ist Überextraktion. Der richtige Mahlgrad ist also der Punkt, an dem genau die guten Aromen in der Tasse landen. Espresso: fein, aber nicht pulvrig Espresso ist die anspruchsvollste Disziplin. Hier presst die Maschine mit etwa neun Bar heißes Wasser in rund 25 bis 30 Sekunden durch den Kaffee. Damit in dieser kurzen Zeit genug herausgelöst wird, muss das Pulver fein sein. Die Konsistenz erinnert an feinen Sand oder Puderzucker, der noch leicht griffig ist, nicht an Mehl. Der richtige Mahlgrad Espresso ist gleichzeitig die Stellschraube, mit der Sie die Durchlaufzeit steuern. Läuft Ihr Espresso zu schnell durch und hat kaum Crema, ist das Pulver zu grob, mahlen Sie feiner. Tropft er nur zäh und schmeckt verbrannt-bitter, ist es zu fein, gehen Sie gröber. Diese feinen Korrekturen schaffen nur Mühlen mit präziser, stufenloser Einstellung. Ein passendes Modell finden Sie in unserer Auswahl an Kaffeemühlen. Moka: mittel-fein für die Herdkanne Die Moka, also die klassische italienische Herdkanne, arbeitet mit deutlich weniger Druck als eine Espressomaschine, dafür mit etwas längerer Kontaktzeit. Der Mahlgrad liegt entsprechend dazwischen: mittel-fein. Stellen Sie sich feinen Tafelsalz vor, eine Spur gröber als Espressopulver, aber klar feiner als für die Filtermaschine. Wichtig bei der Moka: Das Pulver locker in den Trichter füllen und nicht andrücken. Wer hier Espressopulver nimmt und es noch festdrückt, riskiert, dass die Kanne überhitzt, das Ventil ackert und der Kaffee bitter wird. Ein sauber mittel-fein gemahlener Kaffee läuft gleichmäßig, gluckert ruhig hoch und schmeckt rund. Wenn Sie es unkompliziert mögen, gibt es unsere hauseigene Miscela Moka als fertig gemahlenen Kaffee, der genau auf die Herdkanne abgestimmt ist. Filter: mittel-grob für längeren Kontakt Bei Filterkaffee, ob Handfilter, French Press oder Filtermaschine, fließt das Wasser langsam und über mehrere Minuten durch den Kaffee. Damit dabei keine Überextraktion entsteht, braucht es einen gröberen Mahlgrad. Für den klassischen Handfilter ist mittel-grob ideal, etwa wie grober Sand oder Streuzucker. Für die French Press darf es noch eine Spur gröber sein, weil das Pulver dort lange im Wasser steht. Ist Filterkaffee zu fein gemahlen, verstopft das Bett, das Wasser staut sich, und der Kaffee wird bitter und trocken am Gaumen. Schmeckt er dagegen dünn und säuerlich, gehen Sie eine Stufe feiner. Welche Methode am Ende zu Ihnen passt, hängt auch von der Maschine ab. Einen Überblick über verschiedene Zubereitungen finden Sie bei unseren Kaffeemaschinen. Warum Sie immer frisch mahlen sollten Egal welche Methode: Frisch mahlen macht den größten hörbaren Unterschied. Sobald Kaffee gemahlen ist, vervielfacht sich seine Oberfläche, und die flüchtigen Aromen verfliegen innerhalb von Minuten. Was nach ein paar Tagen offener Tüte übrig bleibt, ist nur noch ein Schatten des ursprünglichen Geschmacks. Ganze Bohnen halten ihr Aroma dagegen wochenlang stabil. Wer Kaffee mahlen direkt vor dem Brühen zur Gewohnheit macht, schmeckt mehr Süße, mehr Frucht und eine vollere Crema. Achten Sie dabei auf das Mahlwerk: Ein Scheiben- oder Kegelmahlwerk erzeugt ein gleichmäßiges Pulver, das sauber extrahiert. Schlagmahlwerke zerhacken die Bohne ungleichmäßig, dabei entstehen feine und grobe Teile zugleich, und der Kaffee wird zwangsläufig teils über-, teils unterextrahiert. Mahlgrad auf einen Blick Espresso: fein, wie griffiger Puderzucker, Durchlauf 25 bis 30 Sekunden Moka: mittel-fein, wie feines Salz, locker einfüllen, nicht andrücken Filter und French Press: mittel-grob bis grob, wie Streuzucker Immer: ganze Bohnen kaufen und frisch mahlen So tasten Sie sich heran Niemand trifft den Mahlgrad auf Anhieb perfekt. Ändern Sie immer nur eine Stellschraube und immer nur in kleinen Schritten. Schmeckt es bitter, gehen Sie gröber. Schmeckt es sauer und dünn, gehen Sie feiner. Halten Sie Kaffeemenge und Wassermenge konstant, sonst wissen Sie am Ende nicht, was den Unterschied gemacht hat. Nach drei, vier Tassen haben Sie Ihren Punkt gefunden, und dann schmeckt Ihr Kaffee so, wie er gemeint war.

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